Photovoltaik und Wärmepumpen: Warum Solarteure und Heizungsinstallateure die Gewinner 2026 sind

Gebäudetechnik Publiziert Juli 7
Photovoltaik und Wärmepumpen: Warum Solarteure und Heizungsinstallateure die Gewinner 2026 sind

Die Schweiz baut ihr Energiesystem um – und braucht dafür Hände, die anpacken können. Ob auf dem Dach eines Einfamilienhauses in Frauenfeld, im Heizungskeller eines Mehrfamilienhauses in Lausanne oder auf der Baustelle eines neuen Wohnquartiers in Zug: Solarteure und Heizungsinstallateure sind 2026 so gefragt wie nie zuvor. Der Grund liegt auf der Hand: Die Energiewende ist längst keine politische Absichtserklärung mehr, sondern gelebter Alltag in Tausenden Schweizer Haushalten und Betrieben. Wer eine Berufslehre in diesem Bereich abgeschlossen hat oder eine Umschulung in Betracht zieht, findet aktuell einen der sichersten und lukrativsten Arbeitsmärkte der Schweiz vor. In diesem Beitrag zeigen wir, weshalb diese Berufe zu den grossen Gewinnern des Jahres 2026 zählen, welche Löhne realistisch sind und wie Sie sich als Fachkraft optimal positionieren.

Die Energiewende schafft echte Nachfrage – kein Strohfeuer

Der Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen ist in vielen Kantonen längst kein Nischenthema mehr, sondern gelebte Praxis. Kantone wie Zürich, Basel-Stadt oder Genf haben Vorschriften erlassen, die den Einbau neuer fossiler Heizungen erschweren oder faktisch verunmöglichen, sobald eine bestehende Anlage ersetzt werden muss. Gleichzeitig verlangen mehrere Kantone – etwa Bern, St. Gallen oder Waadt – bei Neubauten oder grösseren Umbauten den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen. Diese regulatorischen Rahmenbedingungen, kombiniert mit steigenden Energiepreisen und dem Wunsch vieler Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer nach Unabhängigkeit vom Ausland, sorgen für einen Auftragsboom, der nicht von heute auf morgen wieder verschwindet. Branchenverbände wie Suissetec und Swissolar rechnen auch für die kommenden Jahre mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach qualifizierten Installateuren. Das bedeutet für Sie als Fachkraft: Es handelt sich nicht um einen kurzfristigen Trend, sondern um einen strukturellen Wandel des Schweizer Bau- und Energiemarkts.

Fachkräftemangel als Chance für Berufsleute

Während die Nachfrage nach Solar- und Heizungsinstallationen förmlich explodiert, fehlt es in der Schweiz an ausgebildetem Personal. Viele Betriebe in der Haustechnik – von kleinen Familienbetrieben im Emmental bis zu grossen Installationsfirmen im Grossraum Zürich – suchen seit Monaten händeringend nach Montageelektrikern, Heizungsinstallateuren und Sanitärfachleuten mit Zusatzausbildung im Bereich Wärmepumpen oder Photovoltaik. Dieser Fachkräftemangel ist für Sie als Bewerberin oder Bewerber eine echte Chance: Firmen bieten heute deutlich attraktivere Anstellungsbedingungen als noch vor wenigen Jahren, um qualifiziertes Personal zu halten oder neu zu gewinnen. Dazu gehören:

  • Höhere Einstiegslöhne und schnellere Lohnentwicklung
  • Flexiblere Arbeitszeitmodelle, teilweise mit 4-Tage-Woche in der Bauzeit
  • Firmenfahrzeuge und moderne Werkzeugausstattung
  • Finanzierte Weiterbildungen, insbesondere Photovoltaik-Zertifizierungen
  • Klare Aufstiegsperspektiven bis zur Bauleitung oder Geschäftsführung

Wer sich heute in diesem Bereich bewirbt, verhandelt aus einer starken Position – ein Luxus, den viele andere Branchen aktuell nicht bieten können.

Löhne und Anstellungsbedingungen: Was ist realistisch?

Die Löhne für Solarteure und Heizungsinstallateure haben in den letzten Jahren spürbar angezogen. Ausgelernte Heizungsinstallateure EFZ starten in der Regel bei einem Jahreslohn zwischen 62'000 und 70'000 Franken, je nach Kanton und Betriebsgrösse. Mit einigen Jahren Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen im Bereich Wärmepumpentechnik sind Löhne von 75'000 bis 85'000 Franken keine Seltenheit mehr. Solarinstallateure – oft mit einer Grundausbildung als Elektroinstallateur EFZ oder Montageelektriker EFZ – bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen, wobei spezialisierte Fachkräfte mit eidgenössischem Fachausweis, etwa als Solarteur mit eidg. Fachausweis, deutlich höhere Löhne erzielen können. Wer den Schritt zur Bauleitung oder zur Geschäftsführung eines Installationsbetriebs schafft, kann Jahreslöhne von über 100'000 Franken erreichen. Zu berücksichtigen sind dabei wie immer die gesetzlichen Abzüge für AHV, IV, EO und Pensionskasse – die Nettolöhne liegen entsprechend etwas darunter, bewegen sich aber im Branchenvergleich klar im oberen Segment für gewerbliche Berufe ohne Hochschulabschluss.

Berufsbildung und Weiterbildung: Der Weg in die Branche

Der Einstieg in die Solar- und Heizungsbranche steht praktisch allen offen, die handwerkliches Geschick mitbringen und technisches Interesse zeigen. Der klassische Weg führt über eine Grundausbildung als Heizungsinstallateur/in EFZ, Elektroinstallateur/in EFZ oder Sanitärinstallateur/in EFZ – allesamt solide dreijährige oder vierjährige Berufslehren mit guten Übernahmechancen. Wer bereits eine handwerkliche Grundausbildung mitbringt, etwa als Schreiner, Landwirt oder Automechaniker, kann über anerkannte Kurzausbildungen und Zertifikatslehrgänge, beispielsweise die Solarteur-Ausbildung von Swissolar, relativ rasch in die Photovoltaikbranche einsteigen. Für alle, die sich langfristig weiterentwickeln möchten, bietet die höhere Berufsbildung attraktive Perspektiven:

  • Eidg. Fachausweis als Heizungsplaner/in oder Solarteur/in
  • Eidg. Diplom als Haustechnikplaner/in Heizung
  • Weiterbildungen zum Energieberater oder zur Energieberaterin
  • Kurse zu Wärmepumpen-Regelungstechnik und Smart-Home-Integration

Viele Arbeitgebende in der Deutschschweiz und der Romandie übernehmen einen Teil oder die gesamten Kosten solcher Weiterbildungen, da sie selbst ein grosses Interesse daran haben, ihre Belegschaft auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Das macht die Branche auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger besonders attraktiv.

Fördergelder und Zukunftssicherheit als zusätzliche Treiber

Ein weiterer wichtiger Faktor für die anhaltend hohe Nachfrage sind die Förderprogramme von Bund, Kantonen und teilweise auch Gemeinden. Über das Gebäudeprogramm sowie kantonale Zusatzförderungen erhalten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer namhafte Beiträge an den Ersatz einer fossilen Heizung durch eine Wärmepumpe oder an die Installation einer Photovoltaikanlage. Diese finanziellen Anreize senken die Hemmschwelle für Investitionen erheblich und sorgen dafür, dass die Auftragsbücher der Installationsbetriebe auch 2026 gut gefüllt bleiben. Hinzu kommt: Im Gegensatz zu vielen Bürojobs, die zunehmend von Automatisierung und künstlicher Intelligenz betroffen sind, lässt sich die Montage einer Wärmepumpe oder einer Solaranlage vor Ort nicht digitalisieren oder ins Ausland auslagern. Diese Standortgebundenheit macht die Berufe in der Haustechnik besonders krisensicher – ein Argument, das gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten immer mehr Gewicht erhält.

Fazit: Jetzt die Weichen für eine sichere Zukunft stellen

Die Kombination aus regulatorischem Rückenwind, staatlichen Förderprogrammen, anhaltendem Fachkräftemangel und steigenden Löhnen macht die Berufe des Solarteurs und des Heizungsinstallateurs zu echten Zukunftsberufen im Schweizer Arbeitsmarkt. Ob Sie am Anfang Ihrer Berufswahl stehen, eine Umschulung in Erwägung ziehen oder als bereits ausgebildete Fachkraft den nächsten Karriereschritt planen: Die Chancen stehen so gut wie selten zuvor. Werfen Sie noch heute einen Blick auf die aktuellen Stellenangebote im Bereich Photovoltaik und Heiztechnik auf workerjobs.ch – vielleicht liegt Ihr nächster, zukunftssicherer Job genau dort, wo die Schweiz gerade am meisten investiert.