Lohnentwicklung im Schweizer Handwerk 2026: Was Fachkräfte verdienen

Handwerk / Lager / Transport/ Hauswartung Publiziert Januar 7

"Handwerk hat goldenen Boden" – selten war dieses Sprichwort in der Schweiz so zutreffend wie im Jahr 2026. Während andere Branchen mit der Stagnation kämpfen, sorgt der akute Fachkräftemangel im Gewerbe für eine spürbare Dynamik bei den Gehältern. Die Auftragsbücher sind voll, die Energiewende muss gebaut werden, und Wohnraum wird saniert. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage spielt den Arbeitnehmern in die Hände.

Doch was bedeutet das konkret für den monatlichen Lohnzettel? Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Salär-Entwicklungen und zeigen, in welchen Gewerken 2026 die besten Verdienstmöglichkeiten warten.

Der allgemeine Trend: Reallohnerhöhungen sind da

Nachdem die Jahre 2023 und 2024 noch stark vom Ausgleich der Inflation geprägt waren, sehen wir 2026 in vielen Gesamtarbeitsverträgen (GAV) echte Reallohnerhöhungen. Die Sozialpartner haben erkannt: Um junge Talente zu gewinnen und erfahrene Profis zu halten, muss der Lohnabstand zu Büroberufen verringert werden.

Durchschnittlich sind die Löhne im Schweizer Handwerk im Vergleich zum Vorjahr um ca. 1,8 bis 2,5 % gestiegen, in spezialisierten Mangelberufen sogar deutlich stärker.

Lohn-Check nach Branchen (Brutto-Monatslohn)

Hinweis: Die folgenden Zahlen sind Richtwerte für ausgebildete Fachkräfte (EFZ) mit einigen Jahren Berufserfahrung, basierend auf 13 Monatslöhnen. Sie können je nach Region und spezifischem GAV variieren.

1. Die Spitzenreiter: Gebäudetechnik (Elektro, Heizung, Lüftung)

Hier brennt der Hut am meisten. Die Energiewende (Solar, Wärmepumpen, E-Mobilität) sorgt für einen enormen Bedarf.

  • Elektroinstallateur/in EFZ: CHF 5'600 – 6'500
  • Heizungsinstallateur/in EFZ: CHF 5'500 – 6'300
  • Lüftungsanlagenbauer/in EFZ: CHF 5'400 – 6'200
  • Trend: Starke Zuschläge für Spezialisten (z.B. Solarteure), die oft weit über dem GAV-Minimum liegen.

2. Die Soliden: Bauhauptgewerbe

Körperlich anspruchsvoll, aber finanziell attraktiv und gut abgesichert durch den Landesmantelvertrag (LMV).

  • Maurer/in EFZ: CHF 5'800 – 6'600
  • Strassenbauer/in EFZ: CHF 5'700 – 6'500
  • Kranführer/in (mit Ausweis): CHF 6'000 – 7'000
  • Trend: Stabile Löhne auf hohem Niveau, dazu oft gute Spesenregelungen (Mittagessen), die das Nettoeinkommen aufbessern.

3. Die Gestalter: Ausbau und Holz

Hier ist die Bandbreite grösser, abhängig davon, ob man in der Industrie oder im kleinen Atelier arbeitet.

  • Zimmermann/Zimmerin EFZ: CHF 5'400 – 6'200
  • Schreiner/in EFZ: CHF 5'200 – 6'000
  • Maler/in EFZ: CHF 5'000 – 5'800
  • Trend: Spezialisierung (z.B. CNC-Schreiner oder Vorarbeiter) ist hier der Schlüssel zu Löhnen über 6'000 Franken.

Der regionale Faktor: Stadt vs. Land

Ein Franken ist nicht überall gleich viel wert. Die Löhne in der Schweiz variieren stark je nach Kanton.

  • Hochlohn-Regionen: In Zürich, Genf, Zug und Basel liegen die Handwerkerlöhne oft 10–15 % über dem Schnitt. Allerdings fressen die hohen Mieten und Lebenshaltungskosten diesen Vorteil oft wieder auf.
  • Mittelland & Ostschweiz: Solide Löhne bei moderateren Lebenshaltungskosten. Hier bleibt am Ende des Monats oft real am meisten übrig.
  • Tessin: Traditionell liegen die Löhne hier etwas tiefer, passen sich aber langsam an, besonders in Grenzgänger-intensiven Branchen.

Der Karriere-Turbo: Weiterbildung lohnt sich wie nie

Der grösste Hebel für mehr Lohn ist im Jahr 2026 nicht der Wechsel der Firma, sondern der Wechsel des Status. Der Lohnabstand zwischen "Handwerker" und "Kader" wächst.

  • Vom EFZ zum Vorarbeiter/Bauleitenden Monteur: + CHF 500 bis 800 / Monat.
  • Vom Vorarbeiter zum Projektleiter (eidg. FA): + CHF 1'000 bis 1'500 / Monat.
  • Zum Meister / Geschäftsführer (HFP): Löhne von CHF 8'500 bis über CHF 10'000 sind hier keine Seltenheit.

Fazit: Verhandeln Sie!

Die Lohn-Tabellen 2026 zeigen nach oben. Doch der wichtigste Faktor sind Sie selbst. Arbeitgeber sind bereit, für gute Leute mehr zu zahlen als im GAV steht. Nutzen Sie die aktuelle Marktlage. Wenn Sie Erfahrung, Zuverlässigkeit und vielleicht sogar eine Spezialisierung mitbringen, sollten Sie das Lohn-Gespräch suchen. Das Handwerk hat goldenen Boden – aber bücken müssen Sie sich nach dem Gold immer noch selbst.